Tarvios's Blog

Mein Spaß mit der 1und1 Internet AG

August 18, 2010
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Im Februar 2008 habe ich einen Vertrag mit der 1und1 Internet AG für einen DSL Anschluß abgeschlossen.
Im Juli 2009 bin ich umgezogen und habe diesen Umzug auch angemeldet. Bei dem Telefongespräch stellte sich heraus, dass mir 1und1 in der neuen Wohnung nicht die gleiche Leistung wie in der alten Wohnung bieten können. Da ich aber damals schon wußte, dass es hier durchaus Anbieter gibt, die mir die passende Leitung zur Verfügung stellen, erwähnte ich, dass ich dann meinen Vertrag zum Februar 2010 fristgemäß kündigen würde, da ich für das gleiche Geld einfach eine dreimal so schnelle Leitung zur Verfügung gestellt bekomme.
Der 1und1 Mitarbeiter bestätigte mir auch am Telefon, dass ich meine Vertragszeit beibehalte und ich kündigte erst per Fax (was sie nicht anerkannten) und dann per Post.
So weit so gut… dachte ich mir.

Der Übergang zum neuen DSL Anbieter verlief reibungslos, und ich dachte alles wäre shiny. Dann bemerkte ich plötzlich, dass die 1und1 Internet AG weiterhin Monatsbeiträge abbuchte. Zuerst verwirrt und an einen Fehler glaubend, ließ ich die Beträge zurück buchen und rief dort an.
Man sagte mir, dass mein Vertrag erst im Juli 2011 auslaufen würde (wir erinnern uns an meinen Umzug im Juli 2009!?), ich sagte, dass muss ein Fehler sein und die nette Telefontante sagte mir, ich müsse schriftlich Widerspruch einlegen.
Also tat ich das… und dann war plötzlich nicht mehr alles shiny.

Ich schrieb eine ellenlange Erklärung was und wie es vorgefallen sein müsse, dass man da einen Fehler gemacht habe etc.
Ich bekam auch immer Antwort… standardisierte Texte, die nie auf das Problem eingingen.
Also schrieb ich noch längere Briefe und sandte die dann per e-mail an die entsprechende Stelle.
Die erste Antwort enthielt dabei eine Passage die mir im Grunde sagte, dass ich Recht habe.
„Bitte beachten Sie, dass ein Umzug generell keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung des Vertrages darstellt!“
Danke schön 🙂

Ich bezog mich also darauf, denn ich hatte nicht außerordentlich gekündigt… und 1und1 logischerweise auch nicht, denn sonst hätten sie mir das ja mitteilen müssen… oder? Na ich denk mal schon!

Leider kamen dann wieder nur standardisierte Antworten und ich war es langsam Leid mich mit solch Primaten auseinander setzen zu müssen.
Das letzte Schreiben, dass ich von 1und1 erhielt, kündigte die Weiterleitung an ihr Inkassobüro an, mit all den hübschen rechtlichen Konsequenzen die sowas nach sich führen. Für gewöhnlich eine tolle Drohung um jemandem ernsthaft Angst zu machen. Aber ich war/bin ja im Recht. Von daher rief ich meine Rechtschutzversicherung an und ließ mich beraten.
Der Anwalt riet mir, der 1und1 Internet AG in etwa folgendes zu schreiben:
„Sehr geehrte Damen und Herren, ihrer Drohung sehe ich gelassen entgegen, da sie mir bislang noch nicht einmal nachweisen konnten, dass ich im Juli 2009 einen Vertrag mit ihnen abgeschlossen habe, und bitte dies erst einmal schnellstens nachzuholen!“ (ich bin grad zu faul was ich tatsächlich geschrieben habe, aber es war relativ ähnlich)

Dann bekam ich doch tatsächlich Post… aber nicht von der 1und1 Internet AG, sondern von ihrem Inkasso Büro.
Ich öffnete den Brief Freitags um 15:40 Uhr und hatte tatsächlich noch genau 20 Minuten Zeit bei denen jemanden zu erreichen, bevor ich mich das ganze Wochenende darüber ärgern müsse.
Nach einem vernünftigen Gespräch und der Darlegung der Fakten, bat man mich, den ganzen Vorgang zu ihnen zu senden. Auch das machte mich mit einem entsprechendem Brief.
Nach einigem Hin und Her und meinem beharrlichen Wunsch, endlich einen unterschriebenen/im Internet angeklickten/mündlich zugestimmten Vertrag mir auch einfach mal zuzusenden, bekam ich heute wieder Post.

Man würde alle Vorwürfe und Ansprüche fallen lassen, wenn ich einmalig 100,- Euro zahlen würde bis zu einem gewissen Zeitpunkt!

Hört sich erst einmal schön an, denn ich hätte den Kram endlich weg und die Selbstbeteiligung meiner Rechtschutzversicherung beträgt in etwa auch soviel. Aber auf der anderen Seite wäre das ja wie ein Schuldgeständnis meinerseits… oder?

Was ratet ihr mir?
Habt ihr schon von ähnlichem gehört?
Kennt ihr einen guten Anwalt? 😉

Ich danke fürs lesen.
Thorsten

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Veröffentlicht in Allgemeines