Tarvios's Blog

Meine Katze musste gestern eingeschläfert werden.

Wenn man sich erinnert, dann sterben sie nie… so sagt man.
Meine Katze habe ich vor vielen Jahren aus dem Tierheim geholt. Sie war noch sehr jung, aber voller Angst. Irgendetwas musste ihr in ihrem jungen Leben widerfahren sein, dass sie bis an ihr Lebensende prägte. Ich erfuhr, dass sie vorher bei einer Familie mit einem kleinen Kind war und wieder zurück gebracht wurde. Vielleicht wurde sie dort verrückt.

Meine Katze hieß, und das steht auch genauso in ihrem Impfpass, Monster Schreck. Den Namen Monster hatte sie sich verdient, weil sie niemanden an sich ran ließ. Sobald auch nur eine Hand in ihre Nähe kam, ging sie in Angriffstellung. Und auch jetzt, wo ich dies hier schreibe, kann ich eine Narbe auf meinem Handrücken sehen, wo sie mich tief kratzte.

Erst als sie Nachwuchs bekam, änderte sich ihr verhalten. Sie wurde zutraulicher, wenn auch nicht viel.
Ihre beiden Jungen, denen ich die Namen Merlin und Maeldrew gab, waren wunderbare Exemplare ihrer Spezies.

Merlin war tiefschwarz. Ich bin mehr als einmal nachts über ihn gestolpert wenn ich zu faul war Licht anzumachen. Er war sehr impulsiv und zutraulich. Kaum saß ich auf meinem Bürostuhl am PC, sprang sie direkt auf meine Tastatur um ihre gebührende Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich gab Merlin vor etwa vier Jahren in die Obhut zweier Menschen, bei denen er es hoffentlich besser hat, als bei mir, denn ich konnte ihm einfach nicht die Aufmerksamkeit schenken, die Merlin gebraucht hat.

Maeldrew war grau getigert und auch sehr zutraulich, allerdings ohne die aufdringliche Art seines Bruders. Man konnte Maeldrew wie ein Kind mit dem Rücken in die Armbeuge legen und am Bauch streicheln, das hat ihm immer gut gefallen. Leider kam er von einem seiner Ausflüge nie zurück, ich denke, dass er von irgendjemandem mitgenommen wurde und hoffe, dass er jetzt gut umsorgt wird.

Ich werde nie vergessen, wie beide Kinder von Monster das erste Mal auf der Wiese umher tollten oder ihren ersten Schnee sahen. Es war herrlich.

Monster hingegen hatte uns nie auf solcher Art amüsieren können wie ihre beiden Kinder. Zu tief musste ihr Schrecken sitzen, dass sie alles und jedem misstraute, anfauchte, kratzte.

Sie saß oft an der Haustüre um heraus gelassen zu werden, nur um fünf Minuten später wieder herein zu kommen. Das Spiel konnte sie oft täglich wiederholen und es fand sich immer jemand, der sie raus ließ.

Seit zwei Wochen konnte sie nichts mehr essen.
Die Überteuerte Tierärztin in Haibach hatte nochmal eine teure Blutuntersuchung beantragt. Angeblich hatte Monster Krebs.
Als meine Mutter gestern meine Katze in ihrem eigenen Erbrochenen liegend fand, rief sie gleich bei der Ärztin an. Diese hatte aber wohl offensichtlich keine Zeit für meine Katze (was meine Mutter sehr erbost hat). So fuhr meine Mutter nach Sulzbach zu dem Tierarzt bei dem ich schon oft war, aber eigentlich nicht mehr hingehen wollte. Fachlich gut, aber menschlich mag ich ihn nicht.
Sei es wie es sei, er prognostizierte akutes Nierenversagen auf beiden Seiten.
Das Ende war die Spritze.

Ruhe in Frieden Monster!


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