Tarvios' kleine Schreibwelt

Dies ist ein test…

2. Mai 2011
1 Kommentar

…mit dem wordpress app. Scheint zu funktionieren 🙂

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Die Bahn in Japan – ein Traum

Durch die ständige negative Presse der deutschen Bahn in Deutschland, habe ich wieder an meinen Urlaub letztes Jahr in Japan denken müssen.
Dort bin ich sehr häufig Bahn gefahren und möchte meine Erlebnisse ein wenig schildern.

In Japan gibt es mehrere Bahnsysteme, wie diese tatsächlich aufgeteilt sind, und ob welche privat oder in staatlicher Hand sind, weiß ich nicht, ist für meine Erzählung aber auch nicht von Belang.

Im Nahverkehr fahren drei Bahnarten die gleiche Strecke ab.
Ein langsamer Zug der überall hält, ein mittelschneller der kleinere Bahnhöfe überspringt, und ein schneller Zug, der wenige Bahnhöfe anfährt. Meist ist es so, dass Fahrgäste mit einem der schnelleren fahren, ihre Station „überspringen“ und dann einen langsamen Zug zurück nehmen.
Aber auch die Fahrgäste sind eigentlich nicht von Belang bei dieser Erzählung. Außer man möchte näher darauf eingehen, dass es in Bahnen verboten ist zu telefonieren, und es sich auch daran gehalten wird.

Jetzt kommen wir doch einmal zu dem Teil, mit dem man die Bahn in Deutschland vergleichen kann – dem Service.

Ich betrete einen Bahnhof und muss an einem Automaten (es gibt für gewöhnlich mehrere davon an Bahnhöfen) mein Ticket ziehen. Dazu habe ich über dem Automaten eine Karte, die bildlich anzeigt, wohin man von diesem Bahnhof aus fahren kann. Das ganze auch noch dreifarbig, damit man direkt sieht, welche Bahn am Zielbahnhof hält. Der Preis dorthin ist immer der gleiche, egal welche Bahn, und steht auch direkt in diesem Bild bei entsprechendem Zielbahnhof dran.
Die Preise sind am Automaten ganz einfach unter den entsprechenden Knöpfen hinterlegt. (Bin mir grad nicht mehr sicher, ob man erst das Geld einwirft, oder erst den Knopf drückt, ist aber auch Wurst.)
Das Ticket lasse ich kurz an einem anderen Automaten als Eingang entwerten und gehe zu den Gleisen. An den Automaten zum entwerten sitzt auch immer Bahnhofspersonal in einer Kabine, dass einem gerne bei Problemchen und Problemen weiter hilft.
Am Bahnsteig selbst sind die Haltezonen der Bahnen eingezeichnet, so dass man sich an genau dieser Stelle auch zum Einsteigen anstellen kann. Ich habe es in den zwei Wochen, in denen ich dort war, genau beobachtet, jede Bahn hielt punktgenau richtig.

Während der Fahrt betreten für gewöhnlich zwei Mitarbeiter der Bahn jeden Waggon, nicht um zu kontrollieren ob man schwarz fährt (das wird erst beim Zielbahnhof kontrolliert, aber dazu mehr später), sondern um nachzuschauen, ob Gepäck liegen gelassen wurde.
Beim Eintritt in den Wagen verbeugen sich die Mitarbeiter, beim verlassen des Wagens verbeugen sie sich wieder.
Wenn der Zug den Bahnhof verlässt, verbeugt sich das Bahnhofspersonal auch in Richtung des abfahrenden Zuges. Damit zollt man den Zuggästen Respekt dafür, dass diese den Mitarbeitern den Arbeitsplatz sichern (ist allerdings nur ein Tipp von mir, könnte auch religiöse Gründe haben, lasse mich gerne genauer aufklären).
Beim verlassen des Bahnhofs muss man das Ticket wieder in einen Automaten stopfen, aus dem es dann auch nicht mehr herauskommt. Hat man das richtige bezahlt, passiert nichts, hat man zu wenig bezahlt, ertönt ein Ton und der Bahnhofsmitarbeiter, der in seiner Kabine sitzt) bittet einen höflich nachzuzahlen. Ist mir persönlich nur einmal passiert und es wollte mir niemand gleich einen 60 Euro Strafzettel für’s Schwarzfahren aufdrücken (kostet doch 60 oder? hab das so selten).

Bei den Fernzügen ist es eigentlich wie bei den Nahzügen, nur das man tollere Tickets bekommt und im Zug (bzw. logischerweise schon beim Kartenkauf) zwischen drei Optionen wählen kann. Kein Sitzplatzanspruch, eine Sitzplatzreservierung oder erste Klasse. Ersteres ist klar, es gibt Abteile wo man sich hinsetzt wo frei ist.
Letzteres ist auch klar, erste Klasse ist immer mit mehr Luxus verbunden. Toll fand ich die zweite Variante, die Sitzplatzreservierung. Man hat nicht, wie bei uns, einen festen nummerierten Platz, wo man aber 100%ig neben jemandem sitzt, der mehr Platz braucht, ständig schnarcht oder was weiß ich was, oder schlimmer noch, einfach jemand sitzt, den man erst einmal verjagen muss.
Nein, dort hat man einen reservierten Waggon, in den man sich einfach irgendwo hin setzt, wo man möchte. Ein Traum, ehrlich.
Unnütz zu erwähnen, dass Service-Personal immer freundlich war.

Ich habe in den zwei Wochen einen Zug erlebt, der unpünktlich war… für anderthalb Minuten.

Mir würde es gefallen, wenn deutsche Zugbegleiter mehr Respekt den Leuten entgegen bringen würde, die ihren Arbeitsplatz sichern.
Ich fände es toll, wenn deutsches Bahnhofspersonal nicht ausschauen würde, als müsstest Du Dich bei ihnen entschuldigen, wenn Du mit einem Problem zu ihnen kommst.
Es wäre toll, wenn die Bahn in Deutschland ihre Unpünktlichkeit endlich einmal in Griff bekommen würde.

Vielleicht sollte sich die Deutsche Bahn in Japan schulen lassen!


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Mein Beinahe-Crash

11. Oktober 2010
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Meistens passieren Unfälle wenn man es eilig hat.
Gestern war so ein Tag.

Ich war um 14 Uhr zum Spielen verabredet und leider ein wenig zu spät von der Buchmesse weg gekommen.
Zum Spielen brauchte ich leider meine Würfel, die ich Freitags bei einem Freund gelassen hatte. Fuhr also erst zu ihm nach Johannesberg, einem kleinen Dörfchen am Rande von Aschaffenburg, dass leider ein gutes Stück höher liegt und man deshalb schlicht und ergreifend eine steile lange Anhöhe als Fahrtweg hat.
Schon aus Aschaffenburg raus, fuhr ich einem PKW mit Würzburger Kennzeichen nach, der leider ein paar Schilder falsch zu deuten schien, fuhr er doch 30, wo man 50 fahren konnte.
Natürlich war ich wie so oft ungeduldig beim Autofahren (ich bin ein anderer Mensch hinterm Steuer… Mensch trifft es nicht, eher Ork ^^) und ja sowieso schon zu spät.
Mein Vordermann fuhr wenigstens außerhalb der Stadt ein fast angenehmes Tempo, leider wurde ich trotzdem oft gezwungen zwischen dem dritten und vierten Gang zu wechseln.

Plötzlich blinkt mein Vordermann nach links, wo es allerdings nichts zum abbiegen gibt. Dachte mir aber, er möchte, dass ich ihn überhole, was allerdings wegen der schlecht einsehbaren Straßenlage nicht sofort ging, also fuhr ich etwa 100 meter hinter dem Blinkenden her als er zusätzlich stark bremste und fast anhielt.
Jetzt war mir klar, ich soll ihn überholen weil er sich hier einfach nicht auskennt, schaltete in den zweiten Gang und beschleunigte rasant um an ihm vorbei zu kommen. In genau diesem Moment versuchte er links abzubiegen. Ich sah es, riss mein Steuer auch nach links und stieg voll auf die Eisen, mein ABS fing direkt zu rattern an und ich konnte meinen Wagen nach etwa 20 Metern in der Wiese zum stehen bringen. Ich war mir sicher seine komplette Seite erwischt zu haben, zumindest hörte es sich so an als ich an ihm vorbeiknatterte.
Jetzt sah ich auch wo der Herr hinfahren wollte. Es gab nämlich doch einen Weg, einen kleinen Feldweg, der von meiner Fahrseite aus durch Hecken für mich überhaupt nicht ersichtlich war (ich komme später nochmal drauf zurück).
Der „Würzburger“ (ich nenn ihn einfach mal so in Ermangelung eines Namens) bog tatsächlich noch ab und blieb stehen. Er war mitte fünfzig und mit seinen Eltern und seiner Schwester oder Tochter unterwegs. Glücklicherweise war den Leuten nichts passiert.
Ich schaute mir mein Auto an und fand bis auf einen Kratzer im Plastik vorne rechts nichts, genauso wenig er an seinem Fahrzeug. Puh, Glück gehabt.

Ein anderer Autofahrer blieb noch stehen und bot sich als Zeuge an. Ich sagte ihm, dass ich dachte der Würzburger wolle, dass ich ihn überhole. Er dachte lustigerweise das gleiche.
Der Würzburger erklärte, dass er nur früh genug schon blinken wollte und er sich hier auskennt und über den Feldweg zu irgendwelchen Obstbäumen fahren wollte.
Glücklicherweise blieben wir alle sehr gelassen (mal abgesehen von dem Adrenalin das mir durch den Körper schoss) und beschlossen alles auf sich beruhen zu lassen. War ja auch nicht wirklich was passiert.

Als ich schon im Auto saß und wieder weg fahren wollte, kam der Vater des Fahrers noch einmal zu mir und erzählte mir noch wie teuer das alles doch geworden wäre, wenn was passiert wär (er wollt eigtl. nur ein wenig schwätzen), weil ich ja immerhin über eine geschlossenen Linie hinaus überholen wollte (geschlossene Linie = Überholverbot). Ich bedankte mich noch bei ihm und sagte wie erleichtert ich wäre, dass nichts passiert ist.

Ich fuhr los und überdachte noch einmal alles. Meine Blitzschnelle Reaktion (sagten sowohl die im Würzburger als auch im Zeugen Auto) hatte schlimmeres vereitelt.
Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Durchgezogene Linie? Na klar. Aber die galt logischerweise nicht nur für mich zum überholen, sondern auch für den Würzburger zum abbiegen. Deswegen war der Herr auch nicht daran interessiert sein Auto genauer untersuchen zu lassen, er wäre genauso dran gewesen wie ich, wenn nicht sogar noch schlimmer. Man darf von dieser Seite nicht in den Feldweg abbiegen (ich sagte ich komme nochmal drauf zurück) weil man ihn durch das Dornengestrüpp nicht einsehen kann.

Naja, Ende gut, alles gut… oder so ähnlich.
Bin auf jeden Fall sehr froh, dass wirklich nichts schlimmeres passiert ist und nächstes Wochenende werde ich vielleicht sogar wieder darüber lachen können.


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Mein Spaß mit der 1und1 Internet AG

18. August 2010
2 Kommentare

Im Februar 2008 habe ich einen Vertrag mit der 1und1 Internet AG für einen DSL Anschluß abgeschlossen.
Im Juli 2009 bin ich umgezogen und habe diesen Umzug auch angemeldet. Bei dem Telefongespräch stellte sich heraus, dass mir 1und1 in der neuen Wohnung nicht die gleiche Leistung wie in der alten Wohnung bieten können. Da ich aber damals schon wußte, dass es hier durchaus Anbieter gibt, die mir die passende Leitung zur Verfügung stellen, erwähnte ich, dass ich dann meinen Vertrag zum Februar 2010 fristgemäß kündigen würde, da ich für das gleiche Geld einfach eine dreimal so schnelle Leitung zur Verfügung gestellt bekomme.
Der 1und1 Mitarbeiter bestätigte mir auch am Telefon, dass ich meine Vertragszeit beibehalte und ich kündigte erst per Fax (was sie nicht anerkannten) und dann per Post.
So weit so gut… dachte ich mir.

Der Übergang zum neuen DSL Anbieter verlief reibungslos, und ich dachte alles wäre shiny. Dann bemerkte ich plötzlich, dass die 1und1 Internet AG weiterhin Monatsbeiträge abbuchte. Zuerst verwirrt und an einen Fehler glaubend, ließ ich die Beträge zurück buchen und rief dort an.
Man sagte mir, dass mein Vertrag erst im Juli 2011 auslaufen würde (wir erinnern uns an meinen Umzug im Juli 2009!?), ich sagte, dass muss ein Fehler sein und die nette Telefontante sagte mir, ich müsse schriftlich Widerspruch einlegen.
Also tat ich das… und dann war plötzlich nicht mehr alles shiny.

Ich schrieb eine ellenlange Erklärung was und wie es vorgefallen sein müsse, dass man da einen Fehler gemacht habe etc.
Ich bekam auch immer Antwort… standardisierte Texte, die nie auf das Problem eingingen.
Also schrieb ich noch längere Briefe und sandte die dann per e-mail an die entsprechende Stelle.
Die erste Antwort enthielt dabei eine Passage die mir im Grunde sagte, dass ich Recht habe.
„Bitte beachten Sie, dass ein Umzug generell keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung des Vertrages darstellt!“
Danke schön 🙂

Ich bezog mich also darauf, denn ich hatte nicht außerordentlich gekündigt… und 1und1 logischerweise auch nicht, denn sonst hätten sie mir das ja mitteilen müssen… oder? Na ich denk mal schon!

Leider kamen dann wieder nur standardisierte Antworten und ich war es langsam Leid mich mit solch Primaten auseinander setzen zu müssen.
Das letzte Schreiben, dass ich von 1und1 erhielt, kündigte die Weiterleitung an ihr Inkassobüro an, mit all den hübschen rechtlichen Konsequenzen die sowas nach sich führen. Für gewöhnlich eine tolle Drohung um jemandem ernsthaft Angst zu machen. Aber ich war/bin ja im Recht. Von daher rief ich meine Rechtschutzversicherung an und ließ mich beraten.
Der Anwalt riet mir, der 1und1 Internet AG in etwa folgendes zu schreiben:
„Sehr geehrte Damen und Herren, ihrer Drohung sehe ich gelassen entgegen, da sie mir bislang noch nicht einmal nachweisen konnten, dass ich im Juli 2009 einen Vertrag mit ihnen abgeschlossen habe, und bitte dies erst einmal schnellstens nachzuholen!“ (ich bin grad zu faul was ich tatsächlich geschrieben habe, aber es war relativ ähnlich)

Dann bekam ich doch tatsächlich Post… aber nicht von der 1und1 Internet AG, sondern von ihrem Inkasso Büro.
Ich öffnete den Brief Freitags um 15:40 Uhr und hatte tatsächlich noch genau 20 Minuten Zeit bei denen jemanden zu erreichen, bevor ich mich das ganze Wochenende darüber ärgern müsse.
Nach einem vernünftigen Gespräch und der Darlegung der Fakten, bat man mich, den ganzen Vorgang zu ihnen zu senden. Auch das machte mich mit einem entsprechendem Brief.
Nach einigem Hin und Her und meinem beharrlichen Wunsch, endlich einen unterschriebenen/im Internet angeklickten/mündlich zugestimmten Vertrag mir auch einfach mal zuzusenden, bekam ich heute wieder Post.

Man würde alle Vorwürfe und Ansprüche fallen lassen, wenn ich einmalig 100,- Euro zahlen würde bis zu einem gewissen Zeitpunkt!

Hört sich erst einmal schön an, denn ich hätte den Kram endlich weg und die Selbstbeteiligung meiner Rechtschutzversicherung beträgt in etwa auch soviel. Aber auf der anderen Seite wäre das ja wie ein Schuldgeständnis meinerseits… oder?

Was ratet ihr mir?
Habt ihr schon von ähnlichem gehört?
Kennt ihr einen guten Anwalt? 😉

Ich danke fürs lesen.
Thorsten


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Japanreise Tag 9 bis 14

Update zu Tag 8:
Wir haben uns in der Nacht noch über deutsche Politik und Historie unterhalten. Mein Gastgeber interessiert sich sehr für Deutschland und versucht auch die Sprache zu erlernen, habe ihm auch gleich ein paar schmutzige Wörter beigebracht. Es gibt einfach Dinge, die man in einer anderen Sprache wissen muss 😉
Bin froh, dass er nachts ein wenig aufgetaut ist und ich mich mit ihm unterhalten konnte.

Tag 9:
Auf zum nächsten Gastgeber.
Leider musste ich bis 18 Uhr warten, oder sagen wir eher, die Zeit vertrödeln.
Hatte mir in Osaka ein Schließfach gesichert und konnte ohne das schwere Gepäck die Einkaufsmeilen und Kaufhäuser unsicher machen, und mir in aller Ruhe ein gutes Restaurant aussuchen.
Trotzdem verging die Zeit einfach nur schleppend und ich hatte mittags schon keine Lust mehr, mir noch mehr Läden anzuschauen.
Endlich gegen 17 Uhr der erlösende Anruf mit der Beschreibung wo ich hinfahren soll, damit wir uns gegen 18 Uhr auch treffen können.
Und so traf ich dann Yuuki Hamasaki, einen lustigen Typen Anfang 20, der mich gleich in sein Lieblingscafé schleppte. Dort angekommen erzählte er dem Kellner (der war sowas von Rosa ^^) das ich aus Amerika bin, nach meiner kleinen Berichtigung wo ich tatsächlich herkomme, erklärte mir Yuuki, dass mein Englisch einfach so gut sei und er annahm ich käm aus den Staaten. Lächelnd nahm ich das Kompliment zur Kenntnis, war es doch schon das zweite dieser Art innerhalb weniger Tage. Der Chinese bei dem ich wohnte, dachte ich würde in einem englischsprachigen Land studieren. (und alle so Yeah).
Yuuki’s Wohnung war interessant. Mein Büro auf der Arbeit ist definitiv größer, wenn auch nicht so vollgestopft mit Sachen. Aber er hatte alles was man brauchte, inkl. Reiskocher und akkubetriebenen Staubsauger. Ich wunderte mich erst, dass im Raum selbst kein Bett stand, aber er nutzt zum schlafen einfach seine Couch, die er mit einem kleinen Hocker verlängern muss um drauf zu passen. Ich hingegen schlief wieder einmal auf dem Boden. Macht ja nichts, hatte es mir ja so ausgesucht :o)

Am ersten Abend hatte Yuuki eine Geschäftsbesprechung, während ich zu Hause blieb, ein wenig zockte und mir ein paar Filme auf dem Laptop anschaute.

Tag 10:
Samstag hatte Yuuki wieder geschäftliches zu erledigen, während ich mir noch ein paar Sachen in Osaka anschaute. Der Tag verlief recht ereignislos.
Am Abend spazierte ich mit meinem Gastgeber zum Schloss Osaka, um einige richtig gute Aufnahmen im dunklen zu machen. Der Rückweg war dann noch einmal spannend, denn mein Gastgeber wollte ein wenig mit seiner neuen Freundin telefonieren und nahm einen anderen Weg. Glücklicherweise habe ich einen guten Orientierungssinn, und auch wenn ich nicht genau den richtigen Weg zurück nahm, kam ich doch sicher und wohlbehalten an der Wohnung an.
Unterwegs machte ich noch die Bekanntschaft einiger Damen, die mir genau ein Wort zuflüsterten. Leider verstand ich nicht was sie meinten und ließ sie stehen, da sie mir auch nicht mehr erklären konnten/wollten whatever (Auflösung kommt noch). In der Nähe der Wohnung kam ich an einem kleinen Haus vorbei, vor dessen Türe eine ältere Dame stand, die auch dieses eine Wort sagte, und die ich dann fragte was sie genau meint. Sie zeigte auf ein Schild, auf dem Preise standen, und erklärte, dass man Massagen bekommen würde.
Jetzt peilte ich auch was die anderen Mädels sagten. Es war immer „dreitausend Yen“, was mir sagen sollte, dass sie eben nur 3000 Yen kosten würden. Ok, die Nutten in Deutschland haben aber auch andere Klamotten an, als die Damen die ich sah (gewöhnliche Straßenklamotten), da bin ich wirklich nicht gleich auf das horizontale Gewerbe gekommen.
Ich lehnte dankend ab und ging nach Hause um die nächste Nacht in Yuuki’s kleiner Wohnung zu verbringen.

Tag 11:
Hatte ich schon erwähnt, dass ich beschlossen hatte mit dem Nachtbus nach Tokyo weiter zu fahren? Falls nein, sei kurz erwähnt, dass ich das fahren mit dem Shinkansen, den japanischen Schnellzügen, einfach zu teuer fand und mir eine günstigere Alternative suchte.
Bereits erwähnter Nachtbus in der Relax Variante versprach mich komfortabel von Osaka nach Tokyo für nur 5500 Yen zu bringen.
Nach äußerst langweiligen 9 Stunden, die ich am Bahnhof und dessen Umgebung verbrachte, sah ich endlich meinen Bus ankommen. Und just in diesem Augenblick fing meine Blase an sich zu beschweren. Auf Nachfragen erklärte mir das freundlich höfliche Personal, dass im Bus selbst keine Toilette ist und der nächste Stopp 3 Stunden entfernt liegt. Autsch… aber zum Glück war es dunkel und die Gegend nicht sehr belebt… den Rest erspar ich euch 😉

Die Nacht war hart, und damit meine ich nicht den Sitz, der war OK, aber ich konnte einfach nicht richtig schlafen. Obwohl ich tatsächlich um die 6 Stunden geschlafen haben muss laut Uhr.

Tag 12:
Morgens um sieben Uhr kam ich in Tokyo am Hauptbahnhof an.
Der Bahnhof ist einfach riesig und ich musste dreimal nachfragen, ehe ich an das richtige Gleis kam, dass mich zum Treffpunkt mit meinen neuen Gastgebern führen sollte.
Frau Yoshida holte mich dann auch ab und setzte mich zu Hause erst einmal ins Bad, bzw. zeigte mir wo ich was finden konnte.
Während ich mich frisch machte kam auch Herr Yoshida nach Hause, den ich frisch geduscht begrüßen durfte.
Zu den beiden sei gesagt, dass sie kein Couchsurfing betreiben, sondern gute Bekannte meiner Japanisch Lehrerin sind und Frau Yoshida ganz gut deutsch kann… und sie sind einfach nur toll. Sehr lebenslustig und begeistert von Deutschland. Ich hatte um neun zum Frühstück schon das erste Bier vor mir stehen.
Ist ja auch aller Deutscher Lieblingsgetränk, nicht wahr? 😉
Nun ja, meines nicht, aber als guter Gast hab ich es natürlich getrunken. Nur beim zweiten hab ich dann mit Nachdruck abgelehnt. Ich erklärte, dass ich Whisky Trinker bin, und was soll ich sagen, sie haben auch schottischen Whisky in ihrer Hausbar stehen. Allerdings war der für das Abendessen, was ich zu dem Zeitpunkt sehr angenehm fand.
Nach dem Frühstück zeigten sie mir ein großes Stück von Tokyo von der Bahn aus und wir endeten unsere Tour in einem bekannten Touristenviertel. Von dort aus liefen wir in eine Sushi Bar, die mir ein wenig abgelegen und leer vorkam, allerdings füllte sie sich während unseres Besuches und ich muss sagen, die Abgelegenheit machte aus ihr etwas Besonderes.
Ich würde sogar sagen, dass es ein Feinschmecker Lokal war, dass gar nicht für die breite Masse bestimmt ist. Ich habe dort teilweise ganz andere Fischsorten gesehen als in den anderen Sushi Restaurants in denen ich war. Und preislich gesehen, sind sie definitiv am oberen Ende der Skala anzusiedeln. Allerdings durfte ich auch nicht zahlen, da ich eingeladen wurde. Ich habe natürlich versucht mich zu wehren, aber das war vergebens, und mehr als zweimal Nein sagen ist Unhöflich!
Gegen Nachmittag kam noch die Schwiegertochter und die beiden Enkel zu Besuch. Lustige Bande, die es toll fand einen Gaijin kennen zu lernen und zu ärgern. Mir war es Recht, ich mag ja Kinder.
Der Abend war dann doch recht kurz, war ich doch noch zu fertig von der Busfahrt die Nacht vorher. Ich ging nach einem kleinen Abendessen recht zügig ins Bett und schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen.

Tag 13:
Am Morgen waren wir in der Umgebung unterwegs zu einem kleinen Museum und in einem Park.
Alles sehr relaxed und ich war sehr zufrieden damit.
Kurz vor Mittag traf ich mich mit Tomohiro Matsunaga, den Silbermedaillen Gewinner von Peking 2008 im Ringen. Ich lernte ihn hier in Aschaffenburg kennen, da er hier in der Gegend für eine deutsche Mannschaft auf die Matte ging. Zudem ist er auch ein Bekannter meiner Japanisch Lehrerin.
Wir gingen in Akihabara was essen und schauten uns ein paar Elektronikläden an (Akihabara ist der Anlaufpunkt für Technik und Elektronik in Tokyo), danach brachte er mich noch schnell zu meinem nächsten Treffpunkt mit einer Bekannten aus Twitter. Es war ein angenehmer Mittag mit tollen Gesprächen, den ich gerne mit Tomohiro verbracht habe. Ich mag ihn einfach.
Danach traf ich mich mit erwähnter Twitter Bekanntschaft und sie überraschte mich mit Geschenken (ich war von den vielen Geschenken ehrlich gesagt überfordert, weil ich einfach nicht wusste wie ich das wieder gut machen sollte) und dem Satz, dass man Geschenke gerne annehmen soll, da sie von Herzen kommen würden. Gut, dem Satz konnte ich natürlich nichts entgegen setzen.
Wir schlenderten ein wenig durch die Gegend und schauten uns das Katana Museum an.
Leider war wenig Zeit, denn ich musste als bald zurück, sonst hätte ich mir noch ein Katana Geschäft angeschaut (vielleicht auch ganz gut so, denn wer weiß ob ich nicht in Versuchung gekommen wäre, mir wenigstens ein Tanto zu kaufen).
Am Abend bekam ich dann meinen Whisky, und zu meiner Überraschung war es ein Japanischer Tropfen der auch noch ziemlich gut geschmeckt hat. Musste mich direkt in den nächsten Supermarkt führen lassen um mir zwei weitere Flaschen zu kaufen, die ich in Deutschland genießen wollte.
Wir unterhielten uns noch bis in die späten Abendstunden. Die Familie Yoshida ist sehr an Deutschland interessiert und war schon häufig hier. Zum Tiroler Hut von Herr Yoshida konnte ich wenigstens noch meine Anstecknadel mit der japanischen und deutschen Flagge hinzugeben. Und nachdem die CD mit den Hits eines bekannten Mainzer Schunkelliedbarden fertig war, hieß es auch für mich ins Bett zu gehen.

Tag 14:
Abreisetag!

Wir besuchten morgens noch einmal ein Touristenviertel, wo ich meine letzten Geschenke einkaufen konnte.
Danach hieß es langsam Abschied nehmen und am frühen Nachmittag fuhr ich mit dem Zug zum Flughafen Narita.
Jetzt hieß es wieder warten, einchecken, Sicherheitskontrolle, warten, boarding, warten, fliegen…
Der Flug ging um 19 Uhr nach Peking, gegen 22 Uhr Ortszeit waren wir dort und dann hieß es knapp 4 Stunden Wartezeit. Denn unser Flieger hatte auch noch eine Stunde Verspätung die wir auf dem Weg nach Deutschland nicht aufholen konnten.
Relativ glücklich und zufrieden kam ich in Deutschland nach einer vom Kinderlärm erfüllten Nacht an und war froh von einem Freund abgeholt zu werden (Danke Alex, hast was gut bei mir).

Und so endete mein Urlaub in Japan mit einer ganzen Menge neuer Eindrücke, Geschichten, Bildern und Freunden. Ich fand es einfach toll und habe beschlossen nächstes Jahr wieder hinzufliegen :o)

Mein Fazit:
Nächstes Jahr flieg ich im Oktober, dann ist es nicht so heiß.
Ich plane meine Reise noch besser um keinen Leerlauf zu haben.
Japaner besitzen drei Dinge mit Sicherheit: ein Fahrrad, ein Handy, einen Fächer für frische Luft.
Japaner sind verdammt gute Fahrradfahrer.
Alleine fliegen war OK, eine Reisebegleitung wäre toller gewesen.
Couchsurfing ist klasse und ich werde es wieder machen.
Ich drücke nie wieder irgendwelche Knöpfe an Toilettensitzen, von denen ich keine Ahnung habe, was sie genau machen.

Sayounara desu.


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Japanreise Tag 5 bis 8

Tag 5

Giaccomo und ich entschieden uns zu den heißen Quellen von Beppu zu fahren. Die fast dreistündige Fahrt mit einem Shinkansen (das sind die japanischen Fernzüge) brachte uns an der Nord und dann der Ostküste bis nach Beppu, das an der einen Seite zum Meer hin offen ist und auf der anderen Seite von Bergen umrahmt wird. Eine schöne Stadt mit einer interessanten Geschichte. Wer mehr wissen will soll gefälligst googlen, ich hab keine Lust hier Lehrmeister zu spielen 😉
Wir besorgten uns einen Stadtplan und liefen erst einmal zu einem der größeren Parkanlagen, durchquerten diesen aber nur am Rande und suchten dann die heißen Quellen. Allerdings verlangten die allesamt Eintritt, also beschränkten wir uns auf einen Besuch in einem der bekannteren Onsen Bäder. Das sind heiße Bäder in verschiedenen Varianten und für Männer und Frauen getrennt. Man kann dort außerdem ein Sandbad nehmen, aber da hätten wir extra einen Badekimono mieten müssen, und darauf hatten wir keinen Bock. Es gibt bestimmte Regeln in so einem Bad, an die man sich schon halten sollte, man ist schließlich zu Gast. Dazu gehören das gründliche Waschen vor der Benutzung, ohne Handtuch ins Wasser zu steigen (also nackt) und vor allem gefälligst leise zu sein und die anderen relaxen zu lassen.
Bis auf einen anderen Gast waren Giaccomo und ich die einzigen anfangs. Wir genossen das heiße Wasser im Steinbad, liefen dann über einen Kieselweg im Wasser (gut für die Durchblutung) und gingen dann zu den Wasserfällen. Oh war das toll… warmes stark prasselndes Wasser auf dem Rücken zu spüren, das war wie eine wohltuende Massage.
Während wir unter dem Wasserfällen standen, sah ich zwei neue Gaijin (Ausländer) reinkommen. Der eine hatte ein Handtuch im die Hüften geschwungen, als würde sich irgendjemand hier drinnen für sein kleinen Hannes interessieren… naja, es interessierte mich eh nicht wirklich, ich hatte mein Wohlbefinden unter einem Wasserfall.
Als wir wieder hochgingen und uns die letzten drei Becken (eins draußen, zwei andere noch drinnen) zu Gemüte führten, gingen mir die beiden Neuankömmlinge schon gehörig auf den Sack. Ihr doofes Gelaber hat weder mich noch jemand anderen interessiert. Generell ist es ja nicht verboten, aber man soll Maß halten und leise sprechen. Hätte nicht lange gedauert und ich hätt mir beide mal vorgeknöpft… ich hasse es gestört zu werden wenn ich relaxe.

Alles schöne hat ja mal ein Ende, so auch unser Bad. Wir stellten beim rausgehen fest, dass es schon nach 18 Uhr war und wir gerade den Bus zum Bahnhof um 3 Minuten verpasst hatten. Aber wir hatten noch 41 Minuten Zeit um unsere Bahn zu erwischen, ansonsten müssten wir mit einer langsameren Vorlieb nehmen, die dafür erst eine halbe Stunde später kommen würde.
Wir eilten uns, aber es hatte alles keinen Sinn, wir verpassten die erste Bahn um ein paar Minuten, machten dafür bei einem Supermarkt halt und kauften uns was zu essen.
Auf der Rückfahrt haben wir beide hauptsächlich gelesen und uns immer wieder mal unterhalten.
Zu Hause angekommen war es schon spät. Giaccomo ging gleich schlafen, ich unterhielt mich noch mit Jun und Sayaka.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn meine Gastgeber waren klasse und unvorstellbar freundlich zu mir gewesen, aber das Abenteuer Japan musste ja weitergehen und sollte auch gar nicht in Fukuoka enden :o)

Tag 6

Aufbruch nach Osaka.
Ich hatte mir ja im Vorfeld schon ausgerechnet was es von Fukuoka nach Osaka und dann weiter nach Tokyo kostet und mich gegen einen Japan Rail Pass entschieden, da dieser nur für die Schnellzüge, den Shinkansen, aber nicht für die Regionalzüge gilt. Allerdings kostete mich das Ticket hierher nach Osaka fast das doppelte, da die Spezialisten hier einen Preis für die Fahrt und einen extra Preis für den Sitz haben, ja richtig gehört, für den Sitz. Das ist echt lächerlich und ich hab lange diskutiert. Aber es half nichts, ich musste den Preis zahlen, und mir fiel auf die Schnelle auch keine andere Lösung ein.
Zu guter Letzt saß ich auch noch im falschen Abteil.
Ich war mir sicher, dass ich ein Ticket für einen reservierten Platz hatte. Der Schaffner meinte Nein… und das verdammte Ticket gab ihm auch noch Recht.
In den Shinkansen ist es so, dass es verschiedene Abteile für nicht reservierte und für reservierte Tickets gibt, dabei kommt es auf keine Platznummer, sondern nur auf die Reservierung an. Also musste ich das bequeme und ziemlich freie Abteil verlassen und in die hinteren Abteile wechseln, die natürlich alle sehr voll waren. Aber zum Glück fand ich noch einen freien Doppelsitz und alles war irgendwie wieder gut.

In Osaka angekommen machte ich mich gleich auf den Weg zu meinem Hostel, dass ich für die Nacht buchen musste. Es regnete in Strömen und ich fand das Hostel nicht gleich… wieder einmal musste mich jemand retten. Besagte Person fragte mich einfach ob ich etwas suche und führte mich zu dem Hostel. Toll wie Japaner manchmal auf Touristen reagieren :o)
Das Hostel war dreistöckig und heißt u-en, keine Ahnung ob das eine Bedeutung hat, wahrscheinlich schon.
Da es eh den ganzen Tag schwer regnete, besorgte ich mir nur etwas zu essen und setzte mich an den Laptop, das WiFi ausnutzend.
Ich schlief in der Nacht in einem 10 Personen Raum mit gemischtem Publikum in einer Ecke auf Tatami bzw. einer japanischen Matratze, die ziemlich weich ist und eigentlich eher eine dickere Zudecke als wirklich bequem für einen europäischen Dickarsch wie mich 😉

Tag 7

Nach einer eher mäßigen Nacht duschte ich erst einmal ausgiebig, packte meine Sachen und ließ alles was ich nicht brauchen würde an der Rezeption zurück. Ich wollte mir das Schloss in Osaka anschauen, das nur ungefähr 15 Fußminuten entfernt liegt. Ich habe den ganzen Vormittag im Schloss und außen herum verbracht. Die Außenanlage hat mich schon knapp 2 Stunden gekostet, die Innenanlage nochmal so viel. Ich hab ordentlich viele Fotos gemacht, die auf meiner Flickr Seite begutachtet werden können.
Was ich sehr lustig fand, war die Aufmerksamkeit einer Schulklasse an meiner Person.
Ein kleines Mädchen, ich schätze mal neun Jahre alt, musste mich auf Englisch interviewen.
Es fragte wo ich herkomme, welchen Sport ich mag und noch ein paar Kleinigkeiten. Danach sollte ich noch meinen Namen in ein dafür vorgesehenes Buch schreiben und wurde mit der Kleinen fotografiert. Alles in allem echt süß und lustig. Hab die Klasse natürlich auch fotografiert 😉

Als ich kurz nach Mittag fertig war, wusste ich erst einmal nicht wohin. Wollte mit dem Gepäck nicht die Stadt anschauen, es war aber auch noch viel zu früh für meinen neuen Gastgeber. Also schlenderte ich dann doch mit dem Gepäck durch die Nebenstraßen von Umeda (ein Stadtgebiet) und durch den Bahnhof, der hunderte von Shops in sich birgt. Mir wurde zwar nicht langweilig, aber meine rechte Schulter schmerzte immer mehr. Also entschied ich mich schon ein wenig früher zu meiner nächsten Couch zu fahren. Allerdings ist es nicht immer einfach in Japan, so passierte was passieren musste. Ich stieg am falschen Bahnhof aus und musste erst wieder ein Stück zurück fahren.
Kam dann zeitgleich mit dem neuen Gastgeber bei seinem Haus an.
Über ihn möchte ich eigentlich nicht sehr viele Worte verlieren, außer das ich mir einen guten Gastgeber anders vorstelle und froh bin, Freitag morgen hier wieder weg zu sein. Man kann halt leider nicht immer großes Glück mit Gastgebern haben.

Tag 8

Heute war Kyoto dran.
Eigentlich hatte ich für die ganzen Tempelanlagen in Kyoto zwei Tage eingerechnet. Heute Abend aber beschlossen, dass es bei einem Tag bleiben wird. Ich hab langsam genügend Tempel und Schreine gesehen und fotografiert. Irgendwann muss mal gut sein.
Habe mir ein Weltkulturerbe und die Kaiserliche Palastanlage angeschaut. Letztere ist echt riesig von den Ausdehnungen her. Das ist ein ganzes Stadtgebiet. Nur Parks, Baseballfelder, Tennisplätze und gewaltige Anlagen mit Häusern im alten japanischen Stil. Ich war allerdings nicht drinnen, wollte mir das Geld sparen und ging deswegen weiter zu besagtem Weltkulturerbe.
Wie schon erwähnt eben wieder ein Tempel.
Ich ging dann zurück in die Innenstadt am unterirdischen Bahnhof. Dort gibt es dutzende von Nebengassen mit tausenden von kleinen Läden. Ich weiß nicht wie lange ich dort durch gestolpert bin, aber es gab echt eine ganze Menge zu sehen. Nur fotografiert habe ich dort nichts mehr, konnte mich einfach nicht mehr aufraffen. Dazu sei noch gesagt, dass heute ein verdammt warmer und schwüler Tag in Kyoto war. Hab echt literweise mein Wasser wieder raus geschwitzt.
Was ich noch besonders toll fand, war mein Nickerchen im kaiserlichen Palastpark auf einer Bank. Ich habe es einfach den anderen nachgemacht und mich hingelegt. Keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe, vielleicht gerade mal zehn Minuten.
Aber es war echt erfrischend.
Zu Hause wieder angekommen fand ich meinen Gastgeber schlafend bis etwa halb neun, danach ist er wortlos aufgestanden und hat für uns gekocht. Reis mir Tomaten und Ei. Ich hasse Tomaten!
Hab das meiste stehen gelassen bzw. weg geschüttet.
Jetzt ist er weg, keine Ahnung wohin, keine Ahnung wann er wieder kommt. Naja, ich habe eine Nacht lang ein Bett unterm Arsch und Internet um gleich meinen Blog hochzuladen.
Man soll halt immer das beste aus seiner Situation machen 😉


Veröffentlicht in Japan, Reiseberichte

Japanreise Tag 1 bis 4

13. Juni 2010
6 Kommentare

Tag 1 und 2

Am Donnerstag, 10.06.10, flog ich von Frankfurt am Main in Richtung Japan. Ich werde euch jetzt nicht mit Details in Frankfurt am Main langweilen und geh lieber zu den interessanten Dingen über… dem ersten Flug und China.
9 Stunden dauerte dieser Flug, inkl. zweimal Essen, einer ganzen Menge Filme und einem durchschlafenden Nebenmann, und endete vorerst in Peking, wo ich meinen Anschlussflieger nach Fukuoka zu bekommen hatte. Zuerst einmal war ich verwirrt, weil ich nicht wusste, wo ich hin gehen sollte, gingen doch so gut wie alle zu den Zeit des Wartens, schickte mich die nette Flughafenpolizistin zu einem anderen Schalter, bzw. ging mit mir sogar dorthin. Ich musste also doch offensichtlich nach China einreisen um wieder ausreisen zu dürfen, tolle Wurst, dachte ich mir, aber gut, was sein muss, muss eben sein. Das Mädel brachte mich dankenswerterweise in der Reihe ganz nach vorne zu einer ihrer Kolleginnen. Ein paar Entschuldigungen auf Englisch stammelnd, war ich mit dieser Vorzugsbehandlung schon ganz zufrieden.
Nach der Passkontrolle wusste ich aber wirklich nicht wo ich hingehen sollte und beschloss mich durchzufragen. Und hiermit sei festgestellt und festgehalten, dass viele der Flughafenbediensteten (und damit mein ich die gefühlten 10.000 Polizisten) entweder keine Ahnung haben, nicht englisch können oder keinen Bock haben mit Leuten wie mir zu reden… Touristen!
Es hat zwar lange gedauert, aber schlussendlich kam ich zu meinem neuen Gate und hatte noch über eine Stunde Zeit um auf meinen Anschlussflieger zu warten. Ich ging also erst einmal was essen.
Die nächste Maschine war um einiges kleiner als die erste, aber tatsächlich von der Beinfreiheit her um einiges geräumiger. Nach einem kleinen Disput (mein gebuchter Platz war besetzt, hatte aber schlussendlich gewonnen) machten wir uns auf nach Fukuoka… dachte ich zumindest, aber davon später mehr.
Dieser Flug ist generell als unruhig zu beschreiben, dafür gab es wieder Essen (so langsam bedauerte ich es am Flughafen nochmal gegessen zu haben) und gefühlten fünf Minuten (ich glaub mehr waren es wirklich nicht) Schlaf. Wir landeten nach lediglich zwei Stunden Flug bei richtig beschissenem Wind und heftigem Regen, aber ich freute mich schon, dass wir wohl früher angekommen wären als gedacht. Also ging ich frohen Mutes aus dem Flieger raus und folgte dem Schild auf dem Fukuoka stand. Ein wenig irritiert war ich dann schon, als ich mich plötzlich wieder chinesischen Sicherheitsbeamten gegenüber stand, die meinen Pass kontrollierten und mich dann einfach weiter gehen ließen. Kein Schwein kam mal auf den Gedanken, mir und den anderen Reisenden mitzuteilen, dass wir nochmal in China zwischenlanden mussten und unser Flug erst in einer Stunde weiter gehen würde. Also wieder ne Stunde gammeln und müde in der Gegend herum sitzen.
Das andere Reisende nichts von diesem Zwischenstopp wussten, wurde mir von einer Amerikanerin bestätigt, sie war auch einfach nur verwirrt über das ganze.
Also wieder hoch in die Luft und weitere anderthalb Stunden fliegen.
Dieses Mal landeten wir wirklich in Fukuoka und ich war froh aus dem Scheiß Flieger heraus zu sein. Beim landen machte das Flugzeug nach dem Aufsetzen noch einmal einen Hüpfer in die Luft… war nicht wirklich komisch für meinen Magen, der kurz vorher schon wieder was zu essen bekommen hatte… man nimmt ja mit was man kriegt, hab ja schließlich auch dafür bezahlt.
Sodele, raus aus dem Flieger und rein ins Terminal.
Eine nette Angestellte des hiesigen Flughafens half mir auch beim ausfüllen meiner Alien Registration Card. Das ist ein Zettel, auf dem steht wer man ist und wo man wohnt. Ich schrieb, dass ich einen Rundtrip vorhabe und bei verschiedenen Leuten bin. Damit fing allerdings der Ärger an. Sehr höflich bat man mich um eine Adresse in Fukuoka, die ich allerdings nicht zur Hand hatte, da ich mich mit der Couchsurfing Familie am Bahnhof treffen wollte und ich sie telefonisch nicht erreichen konnte.
Also musste ich erst einmal herum sitzen und warten. Ein anderer Bekannter konnte mich dann aus den Fängen der Flughafensicherheit retten… wobei es nicht wirklich schlimm war dort zu sitzen. Die Leute hatten viel zu lachen, weil ein doofer Gaijin wieder mal vergessen hatte sich richtig vorzubereiten, und ich hatte viele Gesprächspartner, weil sie alle paar Minuten zu mir kamen und sich mit mir unterhielten. Auf diese Weise habe ich sechs Angehörige der Flughafensicherheit kennen lernen dürfen.

Wie schon erwähnt wurde ich dann doch noch erlöst, man hatte sich sogar um mein Gepäck gekümmert, aufbewahrt und mir gebracht. Das war echt alles in allem ein toller Service, und schließlich machen sie ja doch nur ihren Job.
Mittlerweile war ich 24 Stunden wach, lediglich unterbrochen von meinen wenigen Schlafeinheiten im Flieger.
Ich traf mich mit meinem Bekannten und er zeigte mir erst einmal sein Geschäft, indem ich gleich ein paar nützliche Dinge kaufte, und verließ ihn dann wieder um meine Gastgeber Familie zu treffen.
Nachdem ich mich kurz verlaufen hatte und eine nette Frau mir den Weg zeigen musste, indem sie mit mir zum Bahnhof ging, stieg ich in die Bahn und machte mich auf den Weg zur Ijiri Station, mein Treffpunkt mit Sayaka Ishikawa. Sie und ihr Mann Jun wohnen in einer netten geräumigen Wohnung ein paar Blocks entfernt.
Ich bewohne hier ein nettes kleines Tatami Zimmer in der ich meinen ganzen Kram erst einmal fallen ließ und dann duschen ging.
Wir entschieden uns am Abend mit meinem Bekannten und seiner netten Assistentin (sie hatte mir im Vorfeld Reisetipps zugeschickt) etwas Essen und Trinken zu gehen. Jun wollte auch später noch zu uns stoßen.
Gesagt, getan.
Und ich verbrachte den Abend in einer sehr angenehmen Runde in einem tollen und traditionellen Essenshaus inmitten von Fukuoka.
Bis ich an diesem Abend ins Bett kam, war ich ziemlich genau 30 Std. wach.
Dementsprechend gerädert bin ich am Samstag morgen aufgewacht und konnte mich bis halb elf Ortszeit nicht aus dem Bett bequemen.

Tag 3

Ich beschloss nach Dazeifu zu fahren und mir dort die großen Tempelanlagen anzuschauen.
Bin dann den halben Nachmittag durch die Sehenswürdigkeiten geschlendert und ließ einfach meine Seele baumeln. Es war eine echte Wohltat.
Kurz bevor ich nach Yanagawa weiter fuhr, gönnte ich mir noch ein leckeres Essen indem ich der Besitzerin einfach nur das Bild im Schaufenster zeigen musste. Das ist übrigens normal in Japan, das im Schaufenster Essensattrappen herum stehen, auf die man einfach nur zeigen muss.
Ich hatte in dem Laden übrigens keine Möglichkeit mir etwas zu trinken zu bestellen, aber ich bekam gut gekühlten Tee und die nette Kellnerin schaute echt ständig ob das Glas auch nur ansatzweise leer war.

Ich entschloss mich noch, nach Yanagawa weiter zu fahren und dort einer der berühmten Bootstouren mitzufahren. Ich verstand zwar nichts von dem, was der Bootsführer erzählte (war logischerweise alles auf Japanisch), aber ich hatte trotzdem jede Menge Spaß. Dreimal sang er sogar berühmte historische Lieder für uns, das war ansich schon lustig genug, auch wenn man es nicht verstand.
Nach einer kleinen Sightseeing Tour zurück zum Bahnhof und meiner anschließenden Fahrt zurück zum Haus meiner Gastgeber, überraschte mich Sayaka noch mit dem Angebot zu einem Freund zu gehen und was zu trinken. Jun war zu müde um mitzugehen, also gingen nur wir beide, bewaffnet mit dem guten deutschen Bier, dass ich als Gastgeschenk mitgebracht hatte.
So besuchten wir einen US Amerikaner, der vor fünf Jahren hier her zog und ein absolut geselliger Typ ist. Er begrüßte uns mit leckerem Sashimi und selbstgemachter scharfer Paste für Cracker… tolles Zeug.
Er hatte noch Besuch von einem Nachbarn, der hauptberuflich Snowboard fährt und deutsches Bier mag.
Wir haben das ganze Bier getrunken und sind dann nochmal in die Shopping Mall um Nachschub an Wein zu holen.
Um vier Uhr morgens war auch der Wein leer, wir dafür voll, und torkelten nach Hause.

Tag 4

Am Sonntag schlief ich bis halb zwölf und frühstückte dann gemütlich mit meinen Gastgebern.
Anschließend fuhren wir mit dem Rad zu einem speziellen Geschäft für Essstäbchen. Ich wusste nicht, dass es eine Wissenschaft für sich ist, die richtigen Stäbchen zu finden. Meine Hände und sogar meine Füße wurden ausgemessen. Dann legte mir der Verkäufer ein paar Stäbchen zur Auswahl vor. Ich konnte mit einem Teller voller kleiner Bohnen üben und war überrascht, dass es mir tatsächlich mit manchen aufgrund ihrer Länge viel leichter fiel und mit anderen überhaupt nicht gelingen wollte.
Ich kaufte auch gleich das Zubehör mit und verlass den Laden als sehr zufriedener Kunde.
Wir fuhren dann weiter in die Stadt und gingen in einer tollen kleinen Sushi Bar lecker essen. Ich glaube, ich habe noch nie soviel Geld für Sushi ausgegeben, aber das war es echt wert.
Danach durchstöberten wir noch einige Warenhäuser nach lustigen Sachen und ich war verblüfft, wieviel deutsches Zeug die hier verkaufen. Da waren einige Marken, von denen ich sicher war, dass sie nur in Deutschland verkauft werden oder überhaupt Anklang finden würden.
Gegen Abend fuhren wir zum Supermarkt einkaufen und ich konnte ein fast traditionelles deutsches Gericht: Hacksteak mit Soße und selbstgemachtem Kartoffelbrei, davor noch eine gute Rinderbrühe mit Glasnudeln und Karotten.
An diesem Abend kam auch der zweite Couchsurfing Gast an, ein junger Mann aus Italien mit dem klangvollen Namen Giaccomo.
Wir hatten ja vorher schon beschlossen ein wenig zusammen zu reisen, aber was genaues hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgemacht, wahrscheinlich aber ist am Montag Beppu und seine heißen Quellen dran.
Anschließend ließ ich den Abend einfach nur noch ausklingen.


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Meine Katze musste gestern eingeschläfert werden.

Wenn man sich erinnert, dann sterben sie nie… so sagt man.
Meine Katze habe ich vor vielen Jahren aus dem Tierheim geholt. Sie war noch sehr jung, aber voller Angst. Irgendetwas musste ihr in ihrem jungen Leben widerfahren sein, dass sie bis an ihr Lebensende prägte. Ich erfuhr, dass sie vorher bei einer Familie mit einem kleinen Kind war und wieder zurück gebracht wurde. Vielleicht wurde sie dort verrückt.

Meine Katze hieß, und das steht auch genauso in ihrem Impfpass, Monster Schreck. Den Namen Monster hatte sie sich verdient, weil sie niemanden an sich ran ließ. Sobald auch nur eine Hand in ihre Nähe kam, ging sie in Angriffstellung. Und auch jetzt, wo ich dies hier schreibe, kann ich eine Narbe auf meinem Handrücken sehen, wo sie mich tief kratzte.

Erst als sie Nachwuchs bekam, änderte sich ihr verhalten. Sie wurde zutraulicher, wenn auch nicht viel.
Ihre beiden Jungen, denen ich die Namen Merlin und Maeldrew gab, waren wunderbare Exemplare ihrer Spezies.

Merlin war tiefschwarz. Ich bin mehr als einmal nachts über ihn gestolpert wenn ich zu faul war Licht anzumachen. Er war sehr impulsiv und zutraulich. Kaum saß ich auf meinem Bürostuhl am PC, sprang sie direkt auf meine Tastatur um ihre gebührende Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich gab Merlin vor etwa vier Jahren in die Obhut zweier Menschen, bei denen er es hoffentlich besser hat, als bei mir, denn ich konnte ihm einfach nicht die Aufmerksamkeit schenken, die Merlin gebraucht hat.

Maeldrew war grau getigert und auch sehr zutraulich, allerdings ohne die aufdringliche Art seines Bruders. Man konnte Maeldrew wie ein Kind mit dem Rücken in die Armbeuge legen und am Bauch streicheln, das hat ihm immer gut gefallen. Leider kam er von einem seiner Ausflüge nie zurück, ich denke, dass er von irgendjemandem mitgenommen wurde und hoffe, dass er jetzt gut umsorgt wird.

Ich werde nie vergessen, wie beide Kinder von Monster das erste Mal auf der Wiese umher tollten oder ihren ersten Schnee sahen. Es war herrlich.

Monster hingegen hatte uns nie auf solcher Art amüsieren können wie ihre beiden Kinder. Zu tief musste ihr Schrecken sitzen, dass sie alles und jedem misstraute, anfauchte, kratzte.

Sie saß oft an der Haustüre um heraus gelassen zu werden, nur um fünf Minuten später wieder herein zu kommen. Das Spiel konnte sie oft täglich wiederholen und es fand sich immer jemand, der sie raus ließ.

Seit zwei Wochen konnte sie nichts mehr essen.
Die Überteuerte Tierärztin in Haibach hatte nochmal eine teure Blutuntersuchung beantragt. Angeblich hatte Monster Krebs.
Als meine Mutter gestern meine Katze in ihrem eigenen Erbrochenen liegend fand, rief sie gleich bei der Ärztin an. Diese hatte aber wohl offensichtlich keine Zeit für meine Katze (was meine Mutter sehr erbost hat). So fuhr meine Mutter nach Sulzbach zu dem Tierarzt bei dem ich schon oft war, aber eigentlich nicht mehr hingehen wollte. Fachlich gut, aber menschlich mag ich ihn nicht.
Sei es wie es sei, er prognostizierte akutes Nierenversagen auf beiden Seiten.
Das Ende war die Spritze.

Ruhe in Frieden Monster!


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16. Cave Con vom 19.-21.03.2010

Letztes WE hatten wir die 16. Cave Con in Aschaffenburg.
Das ist eine Rollenspiel Convention mit Schwerpunkt auf Pen and Paper und Brettspielen.
Am Freitag war es gleich doppelt spannend für mich, jährte sich doch zum zweiunddreißigsten Male mein Geburtstag zusammen mit der Eröffnung der halb so alten Cave Con. Ich hatte an dem Tag frei und konnte erst einmal ausschlafen… zumindest war das der Plan. Zunichte gemacht wurde das, durch den massiven Einsatz eines Bohrhammers am Nachbarhaus, dass gerade renoviert wird.
Naja, irgendwann muss man ja eh aufstehen, also tat ich es einfach.
Wir wollten uns eh schon früher treffen, um die Tische für die Con aufzustellen. Aber erst einmal standen der Bananenkuchen meiner Mutter (noch mal ein dickes Kompliment nach Hause) und elektronische Glückwünsche auf dem Programm.
Viel zu spät, dafür gut gesättigt und bereits toll beschenkt, kam ich zum Evangelischen Jugendzentrum, kurz JUZ, gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie die letzten Tische aufgestellt wurden. Hatte mich sauber vor der meisten Arbeit drücken können.
Ich war am WE die meiste Zeit zusammen mit Teresa die direkte Unterstützung unserer Küchenfee Natalie, war allerdings noch zweimal für die Kassenschicht eingetragen.
Dadurch stand eigentlich schon fest, dass ich an sehr wenigen Spielerunden teilnehmen konnte. Lediglich ein kurzes Intermezzo in einer Cthulhu Runde am Samstag direkt vor der Theke, gemeistert von Markus (der mir am Freitag auf Japanisch zum Geburtstag gratuliert hatte… einfach weil er es kann und ich es verstehe *fg*) und einem kleinen Dungeons and Dragons Abenteuer mit den neuen Pathfinder Regeln 3.75 am Sonntag, gemeistert von Olaf, konnten meine Spielerseele zufrieden stellen.

Kommen wir doch mal zu dem Rahmenprogramm der Con. Ein Fehler, den wir uns vorwerfen lassen müssen, war die zu geringe Anzahl an Runden, die wir selbst angeboten hatten. Wir verließen uns zu sehr auf die Meister, die zu der Con kommen würden, anstatt selbst ein paar Meister aus unseren Reihen zu stellen. Das wird uns nächstes Jahr allerdings nicht mehr passieren, da habt ihr mein Wort drauf.
Aber mal abgesehen davon hatten wir Gerd mit seiner „Hermkes Roman Boutique“ aus Würzburg und Ric Sattler von DunkelArt als Händler vor Ort. Ric ist ein Maler und LARP-Waffen (und anderes) Hersteller der seine künstlerische Ader in die meisten seiner Arbeiten einfließen lässt. Wirklich herausragende Arbeiten, das könnt ihr mir glauben… oder euch natürlich gerne selbst davon überzeugen lassen.
Gerd hatte wieder tonnenweise Bücher dabei. Regelwerke, Romane, Comics und Mangas gehören ebenso sehr zu seinem Programm, wie Brettspiele und Würfel.
Zum weiteren Rahmenprogramm gehörten Vertreter des Pegasus Spiele Verlages, die unermüdlich darin waren unsere Besucher mit kurzweiligen Spielen zu unterhalten. Sonja Ehinger zeichnete Charakterbilder und Mirko Lehr präsentierte seinen Science Fiction Roman „Pax Imperii“ (den ich mir natürlich gleich signieren ließ). Zu Mirko sei noch gesagt, dass er zusätzlich zu seiner Autorenlaufbahn noch den Weg des Wirtes eingeschlagen hat, und sich gerne in Hanau in seiner Kneipe „Filli Forever“ besuchen lässt.

Als Resümee (von mir aus auch Fazit) sei gesagt, dass wir für das nächste Jahr einige Verbesserungen planen müssen, ich aber dennoch meinen Spaß hatte und mich schon auf die 17. Cave Con 2011 freue.

Noch einmal Danke an Damian, Natalie, Sebastian, Teresa, Olaf, Motte, Tine, Heiko, Johannes und Blaubär für das Planen im Vorfeld und Helfen während der Con.

Bilder zur Con

Viele Grüße
Thorsten


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Grey Warden Camp

9. März 2010
2 Kommentare

Hallo,

hier sind meine Erlebnisse im Grey Warden Camp auf der Burg Tannenburg vom 05.-07.03.2010
Ich hatte bei Electronic Arts an einem Gewinnspiel mitgemacht und gewonnen.
Die EA Mitarbeiter wollten ein Gedicht von etwa 8 Zeilen, warum man für das Grey Warden Camp eingeladen werden sollte, inkl. Begleitperson. Nebst zweier Damen hatte ich als dritter im Bunde das Glück mit meinem Gedicht auf Begeisterung zu stoßen.
Dafür noch im Nachhinein vielen Dank 🙂

Freitag:

Höchstmotiviert fuhren Alex und ich am Freitag in Aschaffenburg los, um etwa zwei Stunden später auf der Burg Tannenburg anzukommen. Gerade rechtzeitig zum Abendessen, aber etwa eine Viertelstunde zu spät für die allgemeine Begrüßung. Es war jetzt kurz nach halb neun abends und die ersten Schneeflocken landeten auf unseren Köpfen. Nach einem kurzen Gespräch mit Patrick von Electronic Arts luden wir unser Auto aus und brachten die Sachen in den Gemeinschafts-Schlafraum in den ersten Stock der Burg. Wir hatten erst einmal alles in eine Ecke geschmissen und gingen zum Essen, es gab Linseneintopf mit Krakauer Würstchen… lecker sag ich nur 🙂
(Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits schwer eingeschneit)
Danach stellten wir unsere Betten auf und machten uns auf den Weg in den Keller der Burg, der Schatzkammer für dieses Wochenende. Dort standen fünf Rechner und fünf XBox Konsolen und warteten auf Spieler, die das neue Add-On von Dragonage:Origins anzocken konnten und wollten. Wie sollte es auch anders sein (zumindest in Deutschland relativ klar) waren die PC’s alle besetzt und die XBox Konsolen samt und sonders frei.
Naja, einen echten Fan kann ja nichts aufhalten, dachte ich mir, und fing an das Spiel auf einer der Microsoft Konsolen zu spielen. Allerdings verlor ich schon recht schnell die Lust daran. Die Handhabe der Konsole war mir persönlich zu schwer, ich wollte recht bald mein geliebtes Spiel an der gewohnten Umgebung einer Tastatur und Maus spielen. Also wartete ich ein wenig und schaute erst einmal den anderen zu. Dabei machte ich die Bekanntschaft von Nele und Yvonne, letztere eine der Gewinnerinnen des Gedichte Wettbewerbs.
Nach ein paar kurzen Sätzen was sie von dem Spiel halten und was sie generell spielen, wurde ein Platz an einem der anderen PC’s frei. Ich entschuldigte mich und fing an einen Charakter zu basteln. Mensch – männlich – Dieb… noch ein paar Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie ner ganzen Menge Attributspunkte verteilt, und schon ging es los.
Muharharhar hab ich mich gefreut, zwei Sekunden gespielt und schon mitten im Gemetzel… ääh ich mein natürlich Geschehen 😉
Über das Add-On werde ich an dieser Stelle nichts mehr weiter verraten, außer das es verdammt gut ist (soweit ich das natürlich beurteilen kann mit etwas drei Stunden Spielzeit) und ihr es euch gefälligst kaufen sollt.

So langsam lernten wir (also Alex und ich) die anderen Gewinner und deren Freunde, die EA Leute (Patrick und Olli) und die Pressemannschaft kennen. Und dann war da natürlich noch Fernando Melo, Produzent des Spiels und Kanadier, was es mir einfach machte ihn zu verstehen. Ein unglaublich geduldiger und netter Typ dessen einziges Manko es war, kein Deutsch zu sprechen *hust hust*, aber dazu später mehr.

Irgendwann beschlossen wir einfach ins Bett zu gehen, mussten wir doch am Samstag morgen um halb acht aufstehen (müssen ist natürlich übertrieben, aber man will ja auch frühstücken ohne zu hetzen, oder?!)

Samstag:

Gesagt, getan. Im ziemlich kalten (daran konnten auch die knapp 30 Leute und der Linseneintopf nichts ändern) und verschnarchten Schlafsaal legten wir uns ab und zumindest ich schlief friedlich bis etwa um 6 Uhr morgens. Leider musste ich dann ziemlich hurtig in die Toilette hüpfen. Dazu musste man aus dem Schlafsaal raus, die Treppe runter, aus dem Gebäude raus über den Hof ins Nachbar Gebäude rein und natürlich nach ner Minute etwa wieder zurück. Fragt mich nicht warum, aber ich bin durch den Schnee mit meinen Römischen Kampf Sandalen Marke Birkenstock gestiefelt und hatte meine spärliche Nachtbekleidung an, es war also verflixt kalt und nach wenigen Schritten verflixt nass um die Zehen rum.
Naja, ich dachte mir, ich kann dann noch mal ne gemütliche Stunde im warmen Bett verbringen und wollte mich erst gar nicht über meine eigene Unbesonnenheit ärgern. Leider konnte ich nicht mehr schlafen und ärgerte mich von Minute zu Minute einfach mehr, selbst das Zählen der Schnarcher (Schäfchen zählen kann ja jeder) wollte nichts daran ändern, das ich einfach nicht mehr eingeschlafen bin.
Irgendwann war es dann zum Glück halb acht und ich bin einfach aufgestanden, habe mich fertig gemacht und gut gefrühstückt. Dabei habe ich dann auch die andere Gewinnerin des Gedichte Wettbewerbs und ihren Freund (Franziska und Daniel) kennen gelernt und wurde mit ihnen, den beiden Reportern von GameOne (Dennis, der öfter mal Thorsten war und Nicole?) und einem anderen Pärchen in eine Gruppe verfrachtet. Insgesamt gab es vier Gruppen, die im Wechsel vier verschiedene Trainingseinheiten durchlaufen durften. Zuerst waren wir beim Bogenschießen, meiner Lieblingsdisziplin (leider im Freien), danach beim Langschwert, dann nach der Mittagspause Schwert und Schild und schlussendlich bei der sogenannten Mordaxt. Zu den einzelnen Sachen möchte ich eigentlich gar nicht so viel schreiben, außer das ich noch viel Spaß beim Langschwert hatte, mir wie ein Tölpel bei Schwert und Schild vorkam und zur Mordaxt gar nicht erst hingegangen bin (hatte gehört, dass die Schatzkammer mit dem Add-On wieder zugänglich war *fg*)
Ich hatte beim Training durchgehend viel Spaß und wurde ab und an sogar interviewt (die links dazu reiche ich nach, sobald ich sie habe).
Nachdem ich eine Weile das Add-On weiter gespielt hatte, konnte ich mich endlich ein wenig mit Fernando Melo unterhalten. Ich möchte gar nicht wissen wie viele tausende Male er die gleichen Fragen schon beantworten musste, aber er tat es ohne zu Murren und sogar mit Begeisterung. Ich bin immer noch total baff über die Ruhe und Gelassenheit die er ausstrahlt wenn er mit leichtem Enthusiasmus von DA:O und dem Add-On Awakening erzählt. Und er konnte alle Fragen ohne Probleme beantworten, war dabei auch selbstkritisch und hörte sogar lächelnd zu wenn man Verbesserungsvorschläge machte. Viele werden jetzt natürlich sagen „Ok, das muss er machen, das ist sein verdammter Job“ Aber glaubt mir Leute, er ist wirklich ein geduldiger und netter Typ und es hat ja auch niemand von ihm verlangt, unsere Fragen bis 3 Uhr morgens zu beantworten, er hat es aber doch gemacht. Doch dazu wieder mehr später 🙂

Etwa um acht Uhr abends wurden wir dann zur Taverne gebeten. Dort wurden unsere Hände in Rosenwasser gewaschen und wir bekamen einen Aperitif.
Es dauerte dann auch nicht mehr lange und wir bekamen die Vorspeisen, eine leckere Lauchsuppe, dunkles Brot, Schmalz und einen wirklich verflixt gut schmeckenden Frischkäse.
Dann ging die Völlerei erst richtig los, denn das Spanferkel wurde reingetragen. Ein ganzes am Stück das direkt für uns zerteilt wurde. Ach Leute glaubt mir, da möchte man echt kein Vegetarier sein… und ich bin ja zum Glück auch keiner 😉
Die zweite Portion war ein Muss!
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich nicht viele Laster habe, das Essen gehört allerdings definitiv dazu, wie man mir mittlerweile auch gut ansehen kann.

Während des Essens bekamen wir immer wieder leckeres Schwarzbier und Schnaps an den Tisch geliefert, was die Stimmung ohnehin schon auflockerte. Als dann noch der Special Act Corvus Corax anfing zu spielen und auf den Tischen zu tanzen, bebte die kleine Taverne auf der Tannenburg. Irgendwie kam an diesem Abend keiner so wirklich auf die Idee das Add-On weiter zu zocken… aber macht auch nix, ich hatte einen unvergesslichen Abend und werde das Spiel in zwei Wochen, pünktlich zu meinem Geburtstag, weiter spielen.
Der Abend endete feuchtfröhlich aber noch zu klaren Artikulationen befähigt etwa kurz vor drei Uhr morgens. Wir haben uns noch lange mit Fernando Melo unterhalten und ich glaube es gibt von einem anderen Fotografen ein schönes Bild, an dem drei der Mädels schmachtend ihm gegenüber sitzen und an seinen Lippen kleben um seiner, ich zitiere: „Hocherotische Stimme“, zuzuhören. Auf dem Foto dürfte ich auch relativ weit vorgebeugt sitzen und konzentriert aussehend zuhören, das lag aber eher daran, dass ich ihn einfach akustisch zu schlecht verstanden habe… ehrlich 🙂

Sonntag:

Diese Nacht kam mir auch lange nicht so kalt vor, das muss aber am Schnaps gelegen haben, denn viele andere meinten, die Nacht wäre kälter als die vorherige gewesen.
Wie sooft wenn ich was getrunken habe, bin ich sehr früh wieder aufgewacht und gönnte mir lange bevor die meisten anderen aufgestanden sind, den Luxus einer schönen heißen Dusche.
Danach ging es zum Frühstück und zur Einschreibung in die Turnierteilnehmer Liste. Denn wir hatten ja noch das abschließende Turnier zu absolvieren, bevor wir uns Grey Wardens schimpfen durften. Ich entschloss mich für das Bogenschießen, wie etwa sieben andere auch.
Beim Bogenschießen hatten wir in drei Disziplinen zu punkten. Zuerst acht Distanzschüsse auf ein Ziel, dann Schnellschießen und zum Schluss das direkte Duell im K.O. Verfahren. Das Ziel war ein Oger, wie man ihn auch im Spiel findet. Also schön groß und breit.
Leider wurde das ganze ein wenig durch den Dummy einer Prinzessin erschwert. Traf man den Oger gab es einen Punkt, traf man die Olle Nuss gab es einen Punkt Abzug.
Meine fünf Treffer von acht Versuchen beim Distanzschießen waren schon ganz ordentlich und wurden nur von Christian aus Berlin mit einem Treffer mehr übertroffen. Das Schnellschießen, am Vortag noch eine Paradedisziplin von mir, wurde mir zum Verhängnis. Mit dem ersten Schuss streifte ich die Prinzessin, die gleich zu wackeln beginn, mit dem zweiten traf ich sie direkt noch einmal, und sie fiel theatralisch dem Oger direkt in die Arme… tolle Wurst dachte ich mir, und hatte nun ein viel kleineres Feld zum treffen. Das ganze hatte mich so aus dem Konzept gebracht, dass ich nur zwei Pfeile versenken konnte, aber immerhin neun abschoss, was glücklicherweise zusammen gezählt wurde. So konnte ich wenigstens ein paar Punkte gut machen. Leider hatte Christian neun Treffer bei elf Pfeilen und war fast uneinholbar. Beim direkten Duell hatte man drei Pfeile und musste auf einen sechs Fuß hohen und knapp 6 Inch Durchmesser betragende Kartonage schießen. Wenn der Pfeil stecken blieb bekam man 10 Punkte und durfte gegen jemand anderen antreten, wenn man nicht traf keine Punkte und man kam nicht weiter, eben ein K.O. Verfahren.
Ich traf zwei mal mit dem zweiten Pfeil souverän und kam schlussendlich ins Endfinale mit Christian. Wir hatten Gleichstand, da er nicht getroffen hatte. Beide 36 Punkte und nun ging es um alles. Natürlich war es nur Spaß und im Endeffekt ein lustiges Spiel… aber hey, wenn ich schon erster werden kann, dann will ich auch *fg*
Ich traf… aber der Pfeil machte nur eine Kerbe und prallte ab. Schlussendlich hatte Christian mehr Glück (Können?) und traf kurz bevor ich meinen letzten Pfeil auflegen wollte.
Aber immerhin bin ich glücklicher Zweiter. Und sportlich wie ich bin gratulierte ich dem eindeutig besseren und ging dann mit den anderen zum abschließenden Mittagessen. Hühnerfrikase (schreibt man das so?) mit Reis, sehr lecker.

Wir bekamen unser Grey Warden Zertifikat mit dem Ritterschlag durch die Unterschrift von Fernando Melo und dem Schwertmeister Sven von den Gladiatores, die ich noch gar nicht sooft erwähnt habe wie mir gerade auffällt. Schande über mich, das hole ich hiermit nach.
Die Gladiatores haben uns das Wochenende über durch die Trainingseinheiten begleitet und waren auch (wer genau weiß ich nicht) für die Kampfbewegungsabläufe im Spiel zuständig. Super nette Leute von denen man einiges lernen konnte und mit denen das Camp viel Spaß gemacht hat.

Und wie alles Schöne im Leben, ging auch dieses Wochenende viel zu schnell vorbei.
Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich bei Olli und Patrick von EA für die Auswahl meines Gedichtes.
Bedanke mich bei den meisten Presseleuten (wie Christoph und Sandra, Bernd und Flo) und anderen Gewinnern für ein tolles Event. Leute, ich vermisse euch schon jetzt. Wann treffen wir uns wieder? 😉

Ich weiß, ich habe bestimmt jemanden vergessen in meinen Erzählungen. Nehmt es mir nicht krumm, bin ja nicht mehr der jüngste *hust*

Viele Grüße
Thorsten, der ab und an mal Dennis hieß 😉


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